Montag, 1. Mai 2017

01052017

Etwas angetrunken, müde und verschnupft liege ich im Bett. In die Decke eingekuschelt, mit dem Handy in der Hand durchstöber ich mein Album. Ganz weit unten, finde ich ein Bild, das mich zu Tränen berührt. September 2014, kurz nach der ersten OP meines Lieblingsmenschen... Wir waren gerade mal einen Monat zusammen und er musste ein solches Leid ertragen. Ich habe mich so hilflos gefühlt, wollte ihm die Schmerzen abnehmen oder wenigstens Tag und Nacht bei ihm sitzen und seine Hand halten. Jeden Tag saß ich da, hatte seine Hand in meiner und habe ihm bei allem geholfen. Ihm zugehört, wenn er vollgepumpt mit Schmerzmitteln irgendeinen Mist erzählt hat. 2 Wochen jeden Tag ins Krankenhaus. 2 Wochen stark sein, die Tränen verstecken. 2 Wochen die uns einander näher gebracht haben als alles andere. 2 Wochen die im Nachhinein zwischen all dem Schmerz so voller Liebe waren...
Weiter oben im Album dann die Bilder vom September 2016. Wieder im Krankenhaus. Wieder nur wir beide. Ein Bild vom schrecklich leerem Wartezimmer, in dem ich 3 Stunden saß. Voller Sorge. Ein Bild von ihm und mir direkt im Aufwachraum. So erleichtert ihn wieder bei mir zu haben.